Geschichte der Rosenschule Ruf

Steinfurth ist eines der größten Rosenanbaugebiete Deutschlands. Mit der Gründung der ersten Rosenschule Deutschlands, Ende des 19. Jahrhunderts, begann in diesem kleinen Dorf der Anbau von Rosen zum Alltag der Landwirte zu werden. Bereits die Urgroßeltern der heutigen Betriebsinhaber kultivierten Rosen. Der Betrieb wurde mit der Heirat der Großeltern 1930 begründet. Bis 1970 wurde noch klassische Landwirtschaft betrieben. Die Rosen wurden  bundesweit über kleine Gärtnereien vermarktet. 1980 begann der Verkauf sich mehr und mehr auf getopfte Rosen zu verlagern und der Kundenstamm erweiterte sich um kleinere Gartencenter.
Mit der Übernahme des Familienbetriebes in der dritten Generation, begannen Werner und Sabine Ruf zielstrebig neue Wege zu gehen. Bereits 1990 wurden keine Herbizide mehr eingesetzt, 1994 erfolgte die Umstellung auf biologischen Anbau und die Aufnahme beim Anbauverband Bioland. Rufs wurden mit ihrer bundesweit ersten ökologisch bewirtschafteten Rosenschule Pioniere auf dem Spezialgebiet der biologischen Rosenkultur.
Biologische Rosen als Verkaufsargument sollten dann auch helfen gegen die zunehmende Konkurrenz der Baumarkt-Gartencenter zu bestehen. Nachdem aber hier die Resonanz gering war, begann die Verlagerung auf den Privatverkauf. Durch die vielfältigen Möglichkeiten der kulinarischen Verarbeitung der Rose angeregt wurde das Rosenlädchen eingerichtet. Neben den Eigenprodukten wie Rosenmarmeladen, Rosensirup und Rosentee werden hier viele schöne Dinge rund um die Rose angeboten: Rosenstoffe, Rosenbänder, Rosenporzellan, Rosenbücher, Rosenservietten, Rosenschmuck und neuerdings sogar Naturbekleidung mit Rosenmotiven, um nur einige zu nennen. Die Kulturfläche für die Topfrosen und Kübelrosen wurde mit einem schönen Schaugarten und einem saisonalen Rosencafé, in einem englischen Glashaus, erweitert. Rosenpflegekurse, Rosenschnittkurse und allerlei Rosenseminare locken die Besucher in die versteckt gelegene biologische Rosengärtnerei. Biorosen im Postversand ergänzen das Angebot für weiter entfernte Kunden.

Heute wachsen auf den sechs Hektar der Rosenschule Ruf jährlich 60.000 Bio-Rosen heran, von denen 30.000 in Töpfen weiterkultiviert werden. Dazu kommen 5.000 Rosenstämme.
 
Der Landwirtschaft bleiben die Rufs immer noch verbunden. „Rosenbauern“ zu sein, ist ihre Profession. Auch die Tierhaltung kehrte wieder zurück: neben Katzen, Hühnern und den Gänsen, die als Rasenmäher und Wachhunde fungieren, gehören auch einige Islandpferde und Esel zum Betrieb. Diese helfen bei der Feldarbeit in den Rosen mit und nebenbei produzieren sie biologischen Rosendünger...

 

Pferdearbeit 1930
Pferdearbeit 1930, Betriebsgründer Georg Michel



Betriebgründerehepaar  Georg und Marie Michel, ein Kunde, Töchter Hilde (heute Seniorchefin) und Erika. Um 1950



Pferdearbeit 2008: Islandpferd Hrannar, Manuel und Werner Ruf